Seit einiger Zeit herrscht ein unsichtbarer Krieg im Internet. Auf der einen Seite: Streaming-Piraten, die den kommerziellen Streamingdiensten, wie netflix, prime etc. das Leben schwer machen. Auf der anderen Seite: Nein, nicht etwa große Anwaltskanzleien, wie man vielleicht erwartet, sondern… ebenfalls Piraten, welche ersteren nun wiederum das Leben schwer machen.
Lass mich das kurz einmal erklären, damit es nicht gar zu verwirrend wird.
Bei ersteren Piraten handelt es sich um solche Dienste, wie kinox.to oder serienstream. Dabei handelt es sich offiziell jedoch lediglich um Kataloge, die wiederum auf Inhalte verweisen, die ganz ganz ganz woanders liegen 😉 Klaro!
Jedenfalls gibt es in den Untiefen des Internets eine ganze Menge ziemlich teurer Server, die dazu gedacht sind, dass dort irgendwelche Leute Videos hochladen, die sie bei den kommerziellen Anbietern… gefunden haben 😉
Die verlinken sie dann in den Katalogseiten, wie s.to. Natürlich nur, weil sie so selbstlos sind.
Nun kann Erna mit ihren drei Kindern abends ihre Lieblingsserie gucken – und das sogar komplett kostenlos. Ich will Erna dabei gar nicht unterstellen, dass sie ein Pfennigfuchser ist, aber Erna hat vielleicht nur einen netflix-Account und stellt nun fest, dass sie noch mindestens 5 weitere Accounts bei anderen Anbietern braucht, damit sie wirklich die Serien und Filme schauen, kann, auf die sie Bock hat. Und manchmal findet sie die aber auch gar nicht. Dann hat sie Pech gehabt.
Oder Erna geht eben zu einer Piratenseite. Da sitzt sie nun mit ihren Bälgern und wartet sehnsüchtig darauf, dass Game of Thrones startet. Ganz schnell stellt sie dabei allerdings fest, dass sie mindestens 3 Paar Hände mehr bräuchte, um ihren Knirpsen die Augen zuzuhalten wenn mal wieder Porno-Lisa erscheint und ganz tiefe Einblicke gewährt.
Das ist nämlich die Kehrseite der Medaille. Die Piraten sind gar nicht so ganz selbstlos – sie verdienen mit Werbung. Und das nicht zu knapp. Dass bei ihnen keine Werbung für den neuesten Mercedes oder die letzte Photoshop-Version läuft, sollte sich von selbst verstehen. Es sind eher die schmuddeligen Ecken des Internets, die hier ihre Angebote hinterlassen – manchmal auch mit dem einen oder anderen Trojaner versehen.
Außerdem ist Erna total genervt davon, dass sich die ganze Familie für den Filmeabend um ihren Laptop schart und ihre Pizzareste über die Tastatur verteilen. Wie schön wäre es, denkt sich Erna, wenn man das Ganze auch auf dem Fernseher betrachten könnte, und dann ohne die ganze Werbung.
Tja und hier kommt xstream ins Spiel. xstream ist ein Plugin für Kodi und Kodi ist das so ziemlich beste Mediacenter, das es gibt. Sämtliche kommerzielle Lösungen, die von netflix bis Prime angeboten werden, sind ein feuchter Schiß dagegen. Mit Kodi und xstream werden Piratenfilme plötzlich zu genau dem, was sie ohne Piraten wären, nämlich zu hochauflösenden, ruckelfreien und werbefreien Filmerlebnissen. Es gibt praktisch keinen Unterschied mehr zu kommerziellen Anbietern. Ahhh, halt – doch! Es kostet nichts und das Angebot ist praktisch unbegrenzt.
Das Dumme ist nur, dass die Macher von xstream irgendwann die Nase voll hatten. Ende 2025 stellten sie das Projekt ein. Viele dachten jetzt: Nanu, warum wollen die Piraten denn auf einmal keine Zuschauer mehr? Doch es waren nie die Piraten, die hinter xstream steckten. Ganz im Gegenteil. Während die Piraten mühsam Videos klauten und teure Server betrieben (um ganz redlich unredlichen Geschäften nachzugehen), klaute nun xstream wiederum deren Inhalte und machte ihnen damit das Geschäft kaputt. Du weißt schon, dass mit der Porno-Lisa und den Trojanern.
Dabei bewegte sich xstream tatsächlich in jener Grauzone, die die Piraten ja eigentlich für sich reklamierten, nämlich NUR auf die eigentlichen Übeltäter zu verlinken und selber niemals, wirklich niemals der Übeltäter zu sein. Dass xstream tatsächlich nie eigene Streamingserver betrieb, kann man an den Resolver-Dateien erkennen. Wer sich ein klein wenig mit Python auskennt, findet hier einen regelrechten Krimi. Fast täglich rüsten die Piraten auf und errichten Bollwerke, um das heimliche Anzapfen ihrer geklauten Filme zu verhindern – nur um dann festzustellen, das die Coder von xstream 2 Stunden später auch diese Hürde wieder genommen haben.
Den Vogel schoss dabei doodstream ab. Irgendwer kam auf die glorreiche Idee, eine streng geheime Zeichenkombination an den Link zu hängen. Tatsächlich war es aber nur eine Zufallszahl, die lediglich aus 10 Ziffern bestehen musste. Und nein, ich bin kein Teil der xstream-Community. Ich lese mir solche Dateien abends vor dem Einschlafen zur Entspannung durch. Richtig gute Romane findet man ja seit Edgar Allen Poes Tod kaum noch.
Wie auch immer – dass das ursprüngliche Team rund um xstream sein Projekt so plötzlich aufgab, lässt ziemlich tief blicken und den möglichen Rückschluss zu, dass der Krieg nicht mehr nur im Internet und mit der Tastatur geführt wird. Schließlich geht es für die Piraten um sehr viel Geld.
Die neuen Maintainer (die sich übrigens fast zeitgleich fanden) machen nun einiges anders, als ihre Vorgänger:
Denn fast Zeitgleich mit dem Rückzug des xstream-Teams gab es auch Wechsel beim größten Serien-Piraten s.to. Und der Neue veränderte gleich mal so viele Links, dass er über xstream wohl nicht mehr zu empfangen war. Das Problem hatte die Community zwar binnen weniger Stunden gelöst, doch wurde diese Lösung vom neuen Maintainer offensichtlich nie eingepflegt. Nach meinem Kenntnisstand ist serienstream seitdem raus aus xstream. Oder auch nicht, denn wer die nötigen Kenntnisse hat, kann sich die Sache auch einfach selber wieder zurecht biegen.
Sooo, spielen wir doch mal Sherlock Holmes 😉
Es ergeben sich zwei Szenarien: Entweder herrscht ein echter Krieg zwischen xstream und den Piraten. Das wäre durchaus denkbar, denn man munkelt, dass einige der Ur-Piraten zwischenzeitlich sogar an Bleivergiftung gestorben sind.
Oder aber der neue Betreiber von serienstream ist auch der neue Maintainer von xstream. Und der setzt das Tool nun ein, um die Konkurrenz platt zu machen. Man kann also alle anderen Piraten lockerflockig über xstream um ihre mühsam ergaunerten Gewinne prellen… alle, außer serienstream.
Dazu würde dann auch passen, dass einige der anderen (der Konkurrenten also) jüngst ihren eigenen Großangriff gestartet hatten. Die bauten nämlich timeout=common.BP_TIMEOUT in ihre Streams ein, was den ganzen xstream-Kasten zum Absturz brachte, weil der Maintainer vergessen hatte, einen Fallback einzubauen. Der hätte nur aus einer Datei mit lächerlichen 3 Zeilen Code bestanden, war aber nicht vorhanden. Und nein, ich erkläre hier nicht, wie das geht. Das hier ist schließlich nur ein sarkastischer Mecker- und Nörgelbeitrag und keine Anleitung.
Und hier wird es fast witzig. Denn ich sagte ja schon, dass der neue xstream Maintainer stets nur die Resolver pflegte (alle außer serienstream) und nie den eigentlichen Programmcode. Was, wenn er gar nicht weiß, wie das geht? Da sitzt er vielleicht nun und ruft „Ein Königreich für einen Programmierer, der das System repariert und die Klappe hält.“ Und jener mag ihm dann zurück rufen: „Gehörst du zu den Corona-Faschos, zu den Kriegshetzern oder zum Widerstand?“ Dumm wenn dann der D-Dimere-Test die Spritze nachweist. 😉
Da sitzt also nun Erna vor dem Fernseher und sieht nur noch Fehlermeldungen, die sie nicht versteht. und schreibt – wie unzählige andere auch – in diverse Internetforen, dass sie immer diese Fehlermeldungen bekommt.
Ende der Geschichte

































