Ist Gott ein Programmierer?

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Ist Gott ein Programmierer?

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer Artikelserie. Den ersten Teil findest Du hier.

Im ersten Teil haben wir uns mit der Frage beschäftigt, ob unsere Realität in Wirklichkeit gar nicht aus Materie, Energie und physikalischen Grundkräften besteht, sondern aus Daten und Regeln, also einem Programmcode. Das würde bedeuten, dass wir in einer Simulation existieren und es die Welt, die wir wahrzunehmen glauben, in Wirklichkeit gar nicht gibt.

Wir haben nach Hinweisen gesucht, die unseren Verdacht erhärten können und wir haben solche Hinweise auch gefunden. In diesem zweiten Artikel betrachten wir unsere Realität als Simulation und gehen der Frage nach, ob diese deterministisch ist, oder ob sie von unserem Bewusstsein erschaffen wird.

Deterministisch vs. Bewusstseins-Simulation

Als die These, dass unsere Realität in Wirklichkeit nichts anderes, als eine Simulation sei, erstmals von namhaften Wissenschaftlern aufgestellt wurde, brachen Esoteriker, die den hermetischen Glaubensgrundsätzen folgen, geradezu in Begeisterungsstürme aus. Endlich, so glaubten sie, sei der ultimative Beweis, für ihre Behauptungen erbracht, wonach die Realität vom Bewusstsein gesteuert werden kann. Hermetische Esoteriker glauben, ihre Realität allein durch eine besondere Bewusstseinshaltung und bestimmte Rituale beeinflussen zu können. Ob sie krank oder gesund, arm oder reich sind, sollen somit nichts anderes, als Projektionen ihrer persönlichen Einstellung zum Leben sein. Immer wieder hört man sie sagen, man müsse positiv denken, damit einem Positives widerfahre, man müsse an den Erfolg glauben, damit er sich einstelle und nichts, aber auch rein gar nichts sei unmöglich.

Bärbel Mohr, Rhonda Byrne oder Pierre Franckh sind nur einige wenige Beispiele für gefeierte Autoren, die ihren Lesern immer und immer wieder dieses simplifizierte Weltbild vor Augen führen.

Ich persönlich habe schon viel Leid erleben müssen, weil die beschriebenen Methoden eben nicht funktionieren. In einem Fall glaube eine krebskranke Bekannte, sie könne sich durch Visualisierung und festem Glauben selber heilen. Sie starb. In einem anderen Fall glaubte ein Bekannter fest daran, für sein Einkommen keiner geregelten Arbeit nachgehen zu müssen. Das Geld könne er mit einfachen Affirmationen und Bestellvorgängen beim Universum auch ohne Arbeit bekommen.

Kurze Zeit später erschien in seinem Facebook-Account die Werbung eines „wundersamen Konzepts der Geldvermehrung“. Eindeutig eine Betrugsmasche, doch er glaubte fest daran, das Universum habe geantwortet und ihm diese Möglichkeit geschickt. Das war natürlich nicht der Fall und er verzockte das Erbe seiner Frau. Danach waren beide pleite.

Das ist ja auch klar, selbst wenn die Simulation in irgendeiner Form durch eine Figur im Spiel beeinflussbar wäre. Sie wäre dann nämlich nur im Rahmen der Programmierung beeinflussbar. Wenn ich im Halo-Universum meinen Spieler durch eine Tür gehen lasse, wird ein Gegner geladen. Gehe ich nicht durch diese Tür, wird der Gegner nicht geladen. Ich kann damit jedoch nicht die grundsätzlichen physikalischen Eigenschaften beeinflussen, die für das Halo-Universum programmiert wurden.

Doch ist die angenommene Simulation überhaupt vom Bewusstsein steuer- und beeinflussbar, oder ist sie gänzlich deterministisch? Deterministisch würde bedeuten, dass wir in einer Art Simulation leben, wie wir sie aus den Matrix-Filmen kennen, also eine Simulation, die von einem Wesen außerhalb dieser Simulation programmiert wurde und in der wir lediglich Non Player Charakters darstellen.

Eine bewusstseinsgesteuerte Simulation würde hingegen keinen Programmierer bedürfen. Sie würde allein von den Bewusstseinen alles Lebendigem oder (in einer eingeschränkten Betrachtungsweise) aller Menschen gesteuert.

Es würde sich dann allerdings die Frage ergeben, wer die Simulation einst gestartet hat und wer sie wartet.

Lasst uns zunächst einmal nach Hinweisen suchen, die dafür sprechen, dass es sich um eine bewusstseinsgesteuerte Simulation handelt.

Die Religionen nahezu aller Kulturen und Zeiten weisen gewisse Übereinstimmungen auf. In sehr stark komprimierter Kurzform könnte man sagen, sie halten ihre Gläubigen zu bestimmen Verhaltensweisen an, die langfristig zu einer Belohnung führen sollen. Christen glauben, sie kämen ins Paradies, wenn sie den christlichen Lehren folgten; Buddhisten glauben, sie würden von der ständigen Reinkarnation erlöst, wenn sie buddhistischen Lehren folgten u.s.w.

Aus all diesen Lehren wird aber auch klar, dass man das Leben auf Erden (bzw. in dieser Realität) nur als Zwischenstation betrachtet, die einerseits dem Lernen und andererseits der Prüfung dient.

Wenn dem tatsächlich so ist, dann muss all das ja einen Grund haben. Können wir also mit unserem Verhalten tatsächlich beeinflussen, was mit uns geschieht, spätestens, nachdem wir gestorben sind? Ist das Leben also eine Art Prüfung?

Wäre das nicht ein Beweis für eine bewusstseinsgesteuerte Simulation?

Nein, es wäre eher der Gegenbeweis. Was uns die Religionen nämlich sagen ist, dass wir maximal unser Schicksal nach dem Tod beeinflussen können, keineswegs jedoch die Schicksale anderer Menschen oder gar die Realität beeinflussen können. Ganz im Gegenteil – viele Religionen predigen ein entbehrungsreiches Leben, um in den Genuss von Vorteilen nach dem Tod zu gelangen. Nix Reichtum und ein unbeschwertes Leben, weil wir mittels Geist unsere Realität nach unserem Gusto formen könnten!

Auf die Gamingwelt übertragen, würde dies bedeuten: Erweisen wir uns als hakelig und schlecht zu spielender Charakter, so wird uns der Gamer nach unserem Spieletod nicht für das nächste Level erneut auswählen, sondern einen anderen Charakter. Wir würden für immer und ewig im Datenmüll landen, bis die Festplatte irgendwann neu überschrieben würde. Das entspräche der Vorstellung einer Hölle.

Erweisen wir uns jedoch als williger, leicht zu spielender Charakter, so wird uns der Gamer für das nächste Level erneut auswählen, wenn wir im Spiel sterben und gemäß der Programmierung würden wir mit immer besseren Medipacks, Schutzmaßnahmen und Lebensbedingungen ausgestattet. Damit wir in diesen Genuss kommen, müssten wir uns nur exakt an das halten, was der Gamer von uns will. Und was er von uns will, teilt er uns über die verschiedenen Religionen mit. Diese erschuf er zu Beginn der Simulation, indem er einige Charaktere selber spielte. Charaktere, die von uns als Engel oder Dämonen bezeichnet werden. Sie teilten uns die Regeln mit, nach denen wir zu agieren haben.

Es sieht bisher also alles danach aus, dass es sich nicht um eine bewusstseinsgesteuerte Simulation handelt, sondern, dass es einen Programmierer und Spieler außerhalb unseres Kontinuums gibt, der über unsere Zukunft entscheidet.

Doch halt – es gibt doch da noch die berühmten Versuche des PEAR-Instituts der Princeton University. Im Rahmen dieser Studie sollte erforscht werden, ob das menschliche Bewusstsein Einfluss auf Prozesse nehmen kann, welche die Wissenschaft als zufällig bezeichnet. Und auch vorher schon hatten sich einzelne Wissenschaftler aufgemacht, um die Existenz oder Nichtexistenz von sogenannten paranormalen Fähigkeiten zu überprüfen.

Sie alle kamen zu einem überraschenden Ergebnis: Ja, das menschliche Bewusstsein kann die Realität beeinflussen, jedoch nur in einem so geringen Umfang, dass diese Beeinflussung lediglich statistisch relevant ist.

Bei einem Versuch des PEAR-Instituts wurden weltweit Empfänger für die sogenannte Hintergrundstrahlung des Universums aufgebaut. Sie maßen also, was wir als weißes Rauschen bezeichnen und was früher hörbar wurde, wenn man bei einem Röhrenradio die Frequenzen wechselte. Eine rein zufällige Abfolge unterschiedlichster Frequenzen in unterschiedlichen Intensitäten und Lautstärken, die für unser Gehör ein Rauschen erzeugen. Herausgefunden werden sollte, ob die Bewusstseine aller Menschen in der Lage seien, dieses Hintergrundrauschen zu beeinflussen.

Und das taten sie! Oftmals, wenn ein Ereignis von weltweiter Tragweite eintrat, wie beispielsweise beim Ereignis des 09.11.2001, schlugen die Detektoren des PEAR-Instituts aus.

Es schien, als würden die Bewusstseine der Menschen eine Störung in der Matrix auslösen. Allerdings eine nicht zielgerichtete Störung.

Wir können somit konstatieren, dass es eine, nicht zielgerichtete Einflussnahme auf die Simulation durch das Bewusstsein gibt, die bei Einzelpersonen so gering ist, dass sie nur anhand statistischer Auswertung bemerkbar ist. Ein scheinbar existentes Kollektivbewusstein kann hingegen einen sofort erkennbaren, wenn auch ebenfalls nicht zielgerichteten Effekt auslösen.

Schlussfolgerung

Die Einflussnahme auf die Matrix durch den Menschen ist möglich. Es handelt sich jedoch bei der Simulation mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht um eine bewusstseinsgesteuerte Simulation, sondern um eine deterministische.

Im nächsten Artikel dieser Reihe gehen wir daher immer von einer deterministischen Simulation aus und stellen die Frage nach unserer eigenen Existenz darin. Sind wir tatsächlich real lebende Menschen, die ohne ihr Wissen in eine Simulation eingebunden wurden, wie die Matrix-Filme kolportieren? Oder handelt es sich auch bei unserer eigenen Existenz lediglich um computergenerierte Programme? Sind wir also physisch real und lediglich gefangen, oder existieren wir in Wirklichkeit gar nicht und würden aufhören zu existieren, wenn das Programm abgeschaltet wird?

Hier geht es zum dritten Teil.

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