Die Meldung schlug ein wie eine Bombe. Seit seiner letzten Überarbeitung vom Februar 2026 sind Armbrüste in Deutschland verboten bzw. erlaubnispflichtig. Damit wird nicht nur zigtausenden Sportschützen die Möglichkeit zur Ausübung ihres Hobbys genommen, sondern es bricht auch die Geschäftsgrundlage zahlloser Händler und Hersteller weg, die sich auf den Bau und Vertrieb von Armbrüsten spezialisiert haben. Wie beispielsweise die Firma Mey, die erst vor gar nicht allzu langer Zeit ihre „Interceptor“ auf den Markt brachte und wahrscheinlich Unsummen in ihre Entwicklung bzw. Formenbau für die Produktion investiert hat.
Es handelt sich nicht um die erste radikale Verschärfung des Waffengesetzes. Alles begann mit dem Verbot sogenannter „Pfeilabschussgeräte“ im September 2021. Es folgten massive Einschränkungen bei Luftdruckwaffen und Messern.
Doch wie kommt das Bundesinnenministerium, das für diese Änderungen zuständig ist, überhaupt auf die Idee, immer mehr und mehr „Waffen“ zu verbieten? Bisher hatte sich beispielsweise niemand um Armbrüste gekümmert. Es gab sie immer schon in Deutschland. Auch Pfeilgewehre gab es praktisch immer schon; sie waren nur völlig unbekannt.
All diese Verbote (von einigen Messerverboten einmal abgesehen) folgten stets einem ganz bestimmten Muster. Ein umtriebiger Youtuber und Geschäftsmann namens Jörg Sprave machte sich zunächst lustig über die vielen Lücken im deutschen Waffenrecht.
„Das hier ist ein Spielzeug“, grinste er in die Kamera und zeigte die Wirkung eines Pfeilgewehrs. Dann folgte eine detaillierte Bauanleitung für den Bau eines möglichst starken Vertreters dieser Art und die stolze Präsentation seiner verheerenden Wirkung.
Sodann folgte die wirtschaftliche Ausschlachtung. Sprave vertrieb nun derartige „Spielzeuge“ über seinen Shop. Seine Community feierte ihn derweil als Daniel Düsentrieb und jemanden, der die dumme Bundesregierung verführt. Bis zum Verbot.
Denn natürlich besserte diese dumme Bundesregierung sofort nach. Sprave zeigte ihr dabei ganz genau, wo sie nachbessern musste. Im Waffengesetz war nämlich definiert, dass eine Waffe ein Geschoss DURCH den Lauf verschießen musste, um eine Waffe zu sein. Das „Pfeilschußgerät“ verschoss seine Pfeile jedoch ÜBER den Lauf. Damit war es zwar ebenso effektiv wie eine Schusswaffe, fiel allerdings nicht unter die Regulierung.
Inzwischen hat sich das natürlich geändert. Zu allem Überfluss schlachtete Sprave das Verbot noch geschäftstüchtig aus, rief alle potenziellen Kunden dazu auf, noch schnell so ein Teil zu kaufen bis das Verbot in Kraft trat.
Es folgten mehrere „Erfindungen“, die eigentlich gar keine waren und zu hübschen Spielereien bzw. einem völlig neuen Hobby führten. Sprave „erfand“ die mehrschüssige Repetierarmbrust. Dass er dabei lediglich auf zwei längst existierende Technologien aus der Renaissance zurückgriff, sagte er nicht.
Tatsächlich lässt sich im MET-Museum in New York eine Jagdarmbrust bewundern, welche mittels Spraves Unterhebel-Spannvorrichtung gespannt wurde.

Die Idee, ein Magazin oben drauf zu setzen, übernahm Herr Düsentrieb einfach von der chinesischen Zhūgě-Armbrust, die bereits sehr lange (auch in Deutschland) bekannt war und x-fach nachgebaut worden war.

Nachdem Sprave seinen ersten Entwurf aus Sperrholz angefertigt und seiner staunenden Community vorgestellt hatte, entwickelte sich ein regelrechter Boom um diese Waffe. Hersteller wie EK-Archery aus den Niederlanden oder Steambow aus Österreich verlegten einen Großteil ihrer Produktion auf derartige Armbrüste. Und Sprave stellte sie regelmäßig auf seinem Kanal vor. Auch 3D-Künstler sprangen auf und entwickelten eine Vielzahl unterschiedlicher Modell, die man sich für kleines Geld herunterladen kann. Ein einfacher 3D-Drucker genügt und schon ist man stolzer Besitzer einer mehrschüssigen Schnellschuss-Armbrust, mit der man bis zu 18 Pfeile binnen weniger Sekunden hintereinander verschießen kann.
Zerstörungskraft steht im Vordergrund
Was bei diesen Präsentation stets auffällt: Für Sprave steht die verheerende Wirkung im Vordergrund. Er simuliert organische Körper mit Schweinefleisch, Leder und Stoffen, um die Wirkung auf genau diese demonstrieren zu können. Das Motto lautet: Je verheerender die Wirkung (auf einen Körper) desto besser. Er spricht von „Heimverteidigung“ und „Zombie-Apokalypse“, womit klar wird, dass er damit auf Menschen schießen will. Ich kann mir zumindest eine Heimverteidigung gegen Wölfe oder Bären in Deutschland nur schwer vorstellen.
Die Mey Interceptor stellt er in seinem Onlineshop so vor:
Zitat: „Die Armbrust Mey Interceptor ist die AR 15 der Armbrüste! Diese revolutionäre Armbrust verfügt über ein austauschbares 18-Schuss-Magazin, das die Bolzen wie bei einem Sturmgewehr von unten zuführt. Die unterladenen Magazine sind kompakt, haben eine hohe Kapazität und nehmen 6,3 “ Pistolenarmbrustbolzen auf (Bodkins, Hunting, Warbolts, Training etc.)
Die Interceptor ist die weltweit erste Armbrust mit Unterlademagazin und bietet viele taktische Vorteile im Vergleich zu anderen Repetier- und Magazinarmbrüsten.
Die Interceptor-Magazine können vorgeladen werden, so dass Sie einfach nachladen und weiterschießen können, ohne Zeit mit dem Nachladen von Pfeilen zu verschwenden oder Magazine in ungünstigen Winkeln von oben zu installieren. Die Bewegung des Magazinwechsels von unten fühlt sich vertrauter an und ist natürlich schneller beim Nachladen, wenn wertvolle Sekunden zählen.“ Zitat Ende
Wundert sich da noch jemand, dass diese Armbrüste jetzt als erlaubnispflichtig gelten? Aber nicht nur die. ALLE Armbrüste! Auch jene Spielzeugarmbrüste, die man auf Mittelaltermärkten für Kinder kaufen kann. Sie alle sind jetzt in Deutschland verboten.
Und wieder einmal: Herr Sprave hat seinen Gewinn gemacht und hinterlässt verbrannte Erde.
Als nächstes nahm er sich Druckluftwaffen vor. Er „entwickelte“ einen (von ihm so genannten) Nadelrevolver, nachdem er von der relativen Durchschlagskraft, die Blasrohrpfeile schon mit reiner Lungenkraft entwickeln, begeistert war. Das war freilich auch keine wirkliche Erfindung, denn ähnliche Pfeile hatten wir uns bereits als Jugendliche aus Wattestäbchen und Nähnadeln gebastelt, weil Diabolos nun einmal teuer waren. Wir schossen damit auf Dartscheiben.
Nicht so Sprave. Er musste maximal provozieren indem er auf polizeiliche und militärische Schutzausrüstungen (Helme, Schutzwesten) schoss und auf diese Weise wieder einmal die unglaubliche, verheerende Wirkung seiner „Erfindung“ auf Menschen demonstrierte.
Das führte dann zu einer weiteren Verschärfung des Waffengesetzes. Zahlreiche, bis dahin legale Luftdruckwaffen wurden verboten.
Wieder einmal: Verbrannte Erde.
Aber das Ende der Fahnenstange haben wir noch gar nicht erreicht.
Spraves neuestes „Steckenpferd“ sind 3D-Druck-Waffen. Nein, nicht die Repetierarmbrüste, die ich etwas weiter oben erwähnt hatte – ECHTE Feuerwaffen aus dem 3D-Drucker. Also Waffen, die bereits seit Anbeginn der Bundesrepublik erlaubnispflichtig sind. Und dazu noch unregistrierte Waffen, die für Verbrechen geradezu einladen, weil niemand sie zurückverfolgen kann. Dazu hat er sogar ein Buch geschrieben. Wie üblich hat er seine selbstgedruckten Waffen auch bei Youtube vorgestellt. Doch nicht nur das: Sprave „löst“ das „Patronenproblem“, das jeder Nicht-Waffenbesitzkarten-Inhaber hat, auf seine Weise: Er erklärt und demonstriert die Wirkung von umgebauten Platzpatronen, auf die er mit Sekundenkleber ein Luftgewehrgeschoss geklebt hat.
Klappt super, findet er. Keine Ladehemmung und die gleiche Wirkung wie eine echte Patrone. Auch wie man an einen gezogenen Lauf kommt, lässt er nebenbei fallen. Er habe den Lauf eines seiner Luftgewehre verwendet. Auch das klappt ganz offensichtlich super.
Wer das Muster inzwischen begriffen hat, weiß jetzt schon, was folgen wird: Ein Verbot von Schreckschusswaffen und Platzpatronen, sowie eine Regulierung von 3D-Druckern. Spraves Community feiert derzeit noch überschwänglich die Freiheit des 3D-Drucks und ist überzeugt, dass man diese Freiheit nicht wird einschränken können.
DOCH MAN KANN!!!
Und das ist auch sehr einfach. Geräte, die nach Deutschland importiert werden, müssen einfach nur über ihre Firmware zuverlässig verhindern, dass die Drucker Waffen (und alles, was Waffen ähnlich sieht) drucken. Bei Tintenstrahlern und Laserdruckern ist eine solche Software seit Jahrzehnten implementiert. Versuchen Sie einmal, einen Geldschein auszudrucken. Da 3D-Drucker bereits bei Druckstart anhand des gcodes genau „sehen“, was da gedruckt werden soll, ist das technisch nicht einmal schwierig umzusetzen.
Wieder eine weitere Einschränkung der Freiheit! Und zudem noch das Ende quelloffener Technologie. Gut gemacht, Herr Sprave. Wirklich toll gemacht!
Da fragt man sich, mit wie vielen Klagen und Einschränkungen seitens Youtube sich so ein Mann wohl herumschlagen muss. Seine Waffenbesitzkarte hat man ihm doch sicherlich auch längst entzogen, oder? Schließlich gehört nicht nur ein nachgewiesener Bedarf zu ihrer Beantragung, sondern auch das, was man als „persönliche Zuverlässigkeit“ bezeichnet. Es ist durchaus nicht selten, dass eine WBK abgelehnt wird, wenn man mal seinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer verloren hat. Jemand, der Bleipellets auf Platzpatronen klebt oder erklärt, dass man einen Vorderlader statt mit Schwarzpulver, notfalls auch mit Streichholzköpfen laden kann, der ein Buch darüber schreibt, wie einfach man sich seine scharfe Pistole oder seinen Revolver einfach selber drucken kann… der hat seine persönliche Zuverlässigkeit doch wohl um Längen verspielt…
Nein, weit gefehlt. Die deutschen Behörden erlaubten ihm sogar eine sehr sehr seltene Waffenbesitzkarte, die praktisch alle Waffen in fast unbegrenzter Menge ermöglicht. Ja – richtig gelesen. Sprave ist seit geraumer Zeit Waffensachverständiger. Ausgerechnet.
ICH würde niemals eine WBK bekommen, denn ich werde seit 2021 vom Verfassungsschutz beobachtet. Ich bin aktiver Teil der Grundrechtebewegung, die sich 2020 gebildet hatte. Interessanterweise werde ich aber nicht deshalb beobachtet, sondern weil ich die Nähe der Querdenkenbewegung rund um Michael Ballweg und Ralf Ludwig zu der Reichsbürgerszene öffentlich KRITISIERT habe. Ja, auch hier: Richtig gelesen.
Aber weil ich seit 2020 unendlich viele Aktionen von Geheimdiensten mitbekam, kann ich sie praktisch riechen. Eine Partei, die ich 2020 mitgegründet hatte, war zeitweise so stark unterwandert, dass wir es fast als Sport ansahen, V-Leute und andere Maulwürfe zu enttarnen. Ich bin sozusagen „Experte“ im Erkennen von Maulwürfen und Ubooten, wie man solche Unterwanderer aus dem Tätigkeitsbereich der kontrollierten Opposition im Geheimdienst-Jargon nennt.
Eine klassischer Vertreter solcher Uboote ist der sogenannte „Agent Provocateur“.
Solche „Brandbeschleuniger“ und „Unruhestifter“ wurden bereits in der 68er Friedensbewegung eingesetzt. Zwei von ihnen sind heute namentlich bekannt: Peter Urbach, der Demonstranten mit Molotow-Cocktails, Waffen und Bomben versorgte und Karl-Heinz Kurras, der als Polizist den Demonstranten Benno Ohnesorg aus kürzester Distanz erschoss, während seine Kollegen dabei zusahen. Beide arbeiteten in Wirklichkeit im Staatsauftrag, was jedoch erst Jahrzehnte später offenbar wurde.
Doch ein Agent Provocateur wird nicht nur auf Demonstrationen eingesetzt. Er wird immer dort eingesetzt, wo man einen Grund für hartes legislatives, judikatives oder exekutives Vorgehen braucht. Er selber genießt dafür mehr Freiheiten, als der Durchschnittsbürger – meist aber nur für einen begrenzten Zeitraum, nämlich bis zu seiner Enttarnung oder Abschaltung. Bis dahin sehen die Behörden meist großzügig weg und decken ihre V-Leute, wenn nötig.
In dieser Doku wird recht gut das Vorgehen der Geheimdienste dokumentiert:
Allerdings handelte es sich in dieser Doku um eine Szene, die es heute praktisch nicht mehr gibt: Neo-Nazis. Heute greift man eher auf Reichsbürger zurück.
Jörg Sprave erfüllt für mich alle Eigenschaften eines solchen Agent Provocateur. Jedes seiner „Steckenpferde“ führt früher oder später zu Einschränkungen der Freiheit aller Bürger, während er selber weder in seinem Geschäftsgebaren, noch bei seinem eigenen Waffenbesitz oder auch nur bei Youtube eingeschränkt wird. Er kann sich in Ruhe doll und dusselig verdienen, während ganze Geschäftszweige seinetwegen zerstört werden. Man lässt ihn gewähren – sieht man einmal von Kleinigkeiten und öffentlichen Unmutsbekundungen nebst verbalen Entgleisungen ab, die aber durchaus auch zur gängigen Umgangspraxis mit V-Leuten gehören um deren Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

































